Unternehmenskrise und Sanierung

Abbildung: Ablauf einer Unternehmenskrise

Die Insol­venz ist in den aller­meis­ten Fäl­len nur die Kon­se­quenz aus einer sich bereits seit län­ge­rem abzeich­nen­den Unter­neh­mens­krise. Oft wer­den typi­sche Warn­si­gnale und Kri­sen­sym­ptome so lange über­se­hen, bis in der aku­ten Liqui­di­täts­krise die Exis­tenz­ge­fähr­dung des Unter­neh­mens oder Unter­neh­mers offen zutage tritt.

Die Sanie­rung (aus dem Latei­ni­schen sanare abge­lei­tet: “hei­len”, “in Ord­nung brin­gen”, “wie­der­her­stel­len”) ver­folgt drei Ziele:

  • die akute Exis­tenz­ge­fähr­dung abwen­den,
  • ein Kon­zept für die nach­hal­tige Wie­der­her­stel­lung der Ren­ta­bi­li­tät ent­wi­ckeln und
  • durch Umset­zung des Kon­zepts die Wett­be­werbs­fä­hig­keit wie­der­her­zu­stel­len.

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PAMA Spezialmaschinen in Eigenverwaltung

Foto: Werkshalle der PAMA Paper Machinery in Feiburg

Die PAMA paper machinery GmbH, die sich auf die Her­stel­lung von Spe­zi­al­ma­schi­nen für die Papier­her­stel­lung kon­zen­triert, musste trotz aus­ge­zeich­ne­ter Auf­trags­lage ein Insol­venz­ver­fah­ren in Eigen­ver­wal­tung bean­tra­gen. Das Frei­ber­ger Unter­neh­men gehört bis Juni 2015 der öster­rei­chi­schen Kresta Indus­tries, die Mitte 2016 insol­vent ging. Inner­halb eines Groß­pro­jek­tes in einem Kon­sor­tium zusam­men mit Kresta Indus­tries hatte die von Erik Lip­pert gelei­tete Firma Haf­tun­gen über­nom­men, die nun die wirt­schaft­li­che Exis­tenz der GmbH bedro­hen. „Die Alt­las­ten und Ver­mächt­nisse unse­res frü­he­ren Eigen­tü­mers sind zu groß.“ erklärte der Geschäfts­füh­rer der Freien Presse.

Strichzeichnung: Querstromverteiler - Spezialmaschine zur Papierherstellung
PAMA Quer­strom­ver­tei­ler

Die Insol­venz­be­ra­tung RA Olaf Schu­bert beglei­tet die PAMA GmbH wäh­rend des Sanie­rungs­pro­zes­ses als Ver­fah­rens­be­voll­mäch­tig­ter, Dr. Chris­tian Matie­bel wurde als CRO (Sanie­rungs­ge­schäfts­füh­rer) bestellt. Gericht­lich bestell­ter Sach­wal­ter ist RA Dr. Dirk Her­zig von der Kanz­lei Schultze & Braun.


Bild­nach­weise: alle Abbil­dun­gen © PAMA paper machinery GmbH

Bundestag beschließt Neuregelung zu Sanierungsgewinnen

Ver­zich­te­ten Gläu­bi­ger ganz oder teil­weise im Rah­men einer Sanie­rung auf ihre For­de­run­gen, so war der durch die Sanie­rung ent­ste­hende Gewinn bei dem sanier­ten Unter­neh­men steu­er­frei. Grund­lage dafür war der Sanie­rungs­er­lass des Bun­des­fi­nanz­mi­nis­te­ri­ums vom 27. März 2003. Die­sen Erlass hat der Bun­des­fi­nanz­hof ver­wor­fen, was zu erheb­li­chen neuen Risi­ken für die Sanie­rung von Unter­neh­men führte.

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Statistisches Bundesamt: 5 % durchschnittliche Gläubigerquote

In einer Pres­se­mit­tei­lung vom 30. Novem­ber 2016 hat das Sta­tis­ti­sche Bun­des­amt die Ergeb­nisse einer detail­lier­ten Unter­su­chung von 151.440 im Jahr 2010 begon­ne­nen und bis Ende 2014 been­de­ten Insol­venz­ver­fah­ren ver­öf­fent­licht.

Abbildung: Finanzielle Ergebnisse von Insolvenzverfahren 2010

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